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Filmkritik: Zeiten des Aufruhrs (2008) mit Leonardo DiCaprio | FSK 12

DVD Dolby Digital 5.1
Gesamtbewertung: ©©©©©©©
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Ton: ©©©©©©©©©©
Schauspieler: ©©©©©©©©©©

Story |

Die junge Familie Wheeler – das sind Frank & April sowie ihre zwei Kinder – leben in einer kleinen Vorstadt in einem schönen Haus mit Garten. Frank arbeitet als Sachbearbeiter in der kleinen Stadt und April ist Hausfrau. Beide sind mit ihrem Standard-Familien-Leben relativ unglücklich. Frank sucht daher seine Abwechslung in einer Affäre mit einer Kollegin. April hingegen schmiedet den Plan mit Frank und den Kindern nach Paris auszuwandern. Dort möchte sie für den Lebensunterhalt sorgen und Frank die Freiheit geben seinen Lebensweg zu finden.
Zuerst ist Frank absolut begeistert von der Idee und die beiden gehen in die Planung. Doch dann wird Frank ein bedeutender Posten in der Firma angeboten, der nebenbei noch ein gutes Gehalt einbringt. Außerdem wird April schwanger – der perfekte Weg für Frank einen Rückzieher von den Auswanderungsplänen zu machen. Doch das ändert ihre Eheprobleme in keinster Weise – die am Ende so weit gehen, daß es zu einem schweren einschneidenden Schicksalsschlag kommt.

Zeiten des Aufruhrs
Filmkritik: Zeiten des Aufruhrs

 

Schauspieler |

Frank Wheeler – Leonardo diCaprio (Inception, the Beach)
April Wheeler – Kate Winslet (Titanic, Liebe braucht keine Ferien)
Shep Campell – David Harbour (The Equalizer, the Green Hornet)
Mrs. Givings –  Kathy Bates (Titanic, About Schmidt)
Milly Campell – Kathryn Hahn (Wir sind die Millers, Crossing Jordan)
John Givings – Michael Shannon (Man of Steel, The Iceman)
Regie: Sam Mendes

Auszeichnungen |

nominiert für 3 Oscars
Golden Globe – Best Performance (Kate Winslet)
EDA Award – Best Actress (Kate Winslet)
ACCA – Best Actress (Kate Winslet)
CinEuphoria – Best Actress (Kate Winslet), Top Ten of the Year, Best Supporting Actor (Michael Shannon)
DFCS Award – Best Actress (Kate Winslet)
Golden Schmoes – Best Actress of the Year (Kate Winslet)
IOMA – Best Actress (Kate Winslet)
Sierra Award – Best Actress (Kate Winslet)
ALFS Award – Actress of the Year (Kate Winslet)
Ensemble Cast Award – Leonardo diCaprio, Kate Winslet, Michael Shannon, Kathryn Hahn, David Harbour, Kathy Bates, Dylan Baker, Zoe Kazan
Satellite Award – Best Actor (Michael Shannon)
Virtuoso Award – Michael Shannon
SLFCA Award – Best Actress (Kate Winslet)
VFCC Award – Best Actress (Kate Winslet)

meine Kritik |

Wie ihr meiner Schauspielerbewertung und vor allem den Auszeichnungen entnehmen könnt war vor allem die künstlerische Darstellung von Kate Winslet in diesem Film überragend. Sie spielt eine Frau in „Gefangenschaft“ – und zwar in dem typischen langweiligen Vorstadtleben der 50er Jahre. Der Versuch ihre Ehe, ihr Leben und das ihres Mannes zu retten scheitert dabei kläglich – und am Ende zerbricht die junge Frau daran. Die Story ist wirklich mitreißend. Der zentrale Punkt liegt in der Ehe der beiden Wheelers. Ihre Kinder sind dabei eher außen vor und werden nur selten gezeigt. Statt offen über alles zu sprechen und ihre Probleme in den Griff zu kriegen versucht jeder für sich einen Weg bzw. eine Flucht aus dem deprimierenden Alltag zu finden. Doch am Ende wird genau das zu ihrem Verhängnis.
Der Film ist kein Blockbuster und auch kein Actions-Supermovie. Er ist tiefgründig und soll eher zum Nachdenken anregen. Zeiten des Aufruhrs ist absolut sehenswert – aber nicht unbedingt ein Muss im DVD-Regal.

 

Filmkritik: Machine Gun Preacher (2011) mit Gerard Butler | FSK 16

Bewertung: ©©©©©©©©©©

Ein Film nach einer wahren Begebenheit: „Hoffnung ist die stärkste aller Waffen„.

Story |

Sam Childers ist ein Biker und Drogendealer, der gerade wieder aus dem Knast kommt. Schnell ist er wieder in seinem alten Leben mit Alkohol, Drogen und Gewalt – obwohl seine Frau und seine Tochter in der Zwischenzeit zu Gott gefunden haben. Als Sam einen Tramper ersticht (zumindest denkt er, daß dieser tot ist) bricht er zusammen und bittet seine Frau um Hilfe. Sie nimmt ihn mit in ihre Gemeinde und in die Kirche, wo er seine ganz persönliche Erlösung findet. Sein Leben dreht sich komplett und er baut sich eine Baufirma auf und kann sich für seine Familie sogar ein großes Haus leisten.
Eines Tages ist während der Messe ein Priester aus Ostafrika als Gastredner da, der der Gemeinde erzählt, wie die Situation dort ist. Sam ist davon so angetan, daß er selbst in den Sudan reist und dort bei diversen Bauprojekten mithilft. Das Leid und das Elend – vor allem der Kinder dort – nimmt ihn so mit, daß er von nun an sein Leben der Hilfe für die Kriegskinder verschreibt. Dort trifft er allerdings nicht nur auf Zuspruch sondern auch auf das ein oder andere (blutige) Problem mit den Radikalen in Afrika. Doch Sam Childers gibt nicht auf…

Machine Gun Preacher
Machine Gun Preacher

Schauspieler |

Sam Childers – Gerard Butler (300, Olympus has fallen)
Lynn Childers – Michelle Monaghan (Stichtag, Gone Baby Gone)
Deng – Souleymane Sy Savane (Goodbye Solo, The Day of my Wedding)
Donnie _ Michael Shannon (Man of Steel, The Iceman)
Regie: Marc Forster

Auszeichnungen |

nominiert für den Golden Globe

meine Kritik |

Wer „die nackte Wahrheit“ mag, der wird hier sicherlich enttäuscht sein. Gerard Butler ist hier in einer emotional sehr schwierigen und ergreifenden Rolle zu sehen. Sam Childers ist ein sehr direkter und gern mal gewaltbereiter Mensch. Erst setzt er sich als Drogendealer knallhart durch. Danach tut er alles für die Kinder in Afrika, die keine Hoffnung mehr haben. Die Arbeit dort verändert ihn so sehr, daß er am Ende so gut wie alles aufgibt für seine Missionars-Arbeit. Einerseits erschreckend, wie gewaltverherrlichend dies geschieht – andererseits sehr bewundernswert wie er sich für die Kinder und Opfer einsetzt.
Sam Childers gibt es übrigens wirklich. Machine Gun Preacher ist sozusagen eine Art verfilmte Biographie. Sam und seine Frau haben das Kinderdorf „Angels of East Africa“ in Nimule gegründet und versorgen dort hunderte von Kindern.
Wer von dem Film einen klassischen Hollywood-Streifen mit Gerard Butler erwartet – sorry, bitte abschalten. Wer aber eine bewegenden Story, die vielleicht den ein oder anderen zum Nachdenken anregt sehen möchte, der wird hier einen guten Film finden.