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Geheime Orte 2017: Kroatien, Bosnien, Montenegro

Auch in diesem Jahr ging es im Urlaub im Süden wieder auf die Suche nach Lost Places, verlassenen Orten und geschichtlichen Plätzen. Dieses Jahr waren es allerdings nicht so viele klassische „Neuzeit“-Lost Places, sondern mehr militärisch genutzte Stützpunkte, die es zu entdecken gab. Neben den tollen Aussichten gab es aber auch in den Gebäuden eine Vielzahl an tollen Punkten zu entdecken.

Verlassene Stadt Cista |

Unterhalb des Rilic-Gebirges gab es früher das kleine Dorf Cista. Inzwischen ist dieser Weiler allerdings verlassen und wird von der Natur zurück erobert. Man erkennt aber noch deutlich zahlreiche halb verfallene Natursteinhäuser sowie eine Wehrturmruine, die aus dem 16. Jahrhundert stammt. Dieser Ort gehört früher zu einem türkischen Verwaltungssitz, ist aber bereits seit Jahrzehnten verlassen und vegetiert so vor sich hin.

Fort Gorazda |

Über das Fort Gorazda in Montenegro hatte ich euch bereits vor ein paar Tagen berichtet in dem Beitrag One Day in Montenegro – 2017. Daher nur kurz: Das Fort wurde 1886 errichtet und diente der österreich-ungarischen Armee vor allem als Schützturm.

Fort Gorazda

Festung Klis |

Die Festung Klis trohnt über dem Ort Klis und ist als „Schlüssel zu Dalmatien“ bekannt. Bereits im Mittelalter galt die Festung als strategisch wichtiger Punkt und wechselte daher auch öfter mal den Herrscher. Seit dem 9. Jahrhundert wechselten sich Österreicher, Ungarn, Kroaten, Türken, Serben, Bosnier und Venezianer. Jeder wollte den Ort kontrollieren, da er direkt an der Handelsstraße war und somit großen Einfluss hatte.

Old Podaca |

Old Podaca liegt direkt über dem heutigen Küstenort Podaca und ist mit dem Auto noch gut zu erreichen. Neben einigen inzwischen sehr verfallenen Gebäuden findet man dort oben eine Kapelle sowie den Friedhof, welche beide noch in Betrieb sind. Der Ort wird weiterhin auch als Art „Festival-Stätte“ genutzt. Geht man allerdings ein paar Meter weiter sieht man die Gewalt der Natur und wie sich sich alles zurück erobert.

Old Podaca

Pocitely Fortress |

Ein fantastischer Ort mitten in Bosnien-Herzegowina. Von der Festung Pocitely ist noch viel erhalten und lässt sich durch einen Rundgang durch das Dorf selbst erkunden. Genau konntet ihr das aber bereits in meinem Beitrag One Day in Bosnia lesen.

Prevlaka Fortress |

Dieses Fort liegt buchstäblich am Ende der Welt. Direkt am Meer und am untersten Ende von Kroatien steht die Festung Prevlaka, die schon einiges in Ihrer Zeit mitmachen musste. Die Festung wurde im 15. Jahrhundert von der Republik Ragusa (das heutige Dubrovnik) erbaut. In den vergangenen Jahrhunderten fanden dort zahlreiche Schlachten in den verschiedensten Kriegen statt. Die wohl heute bekannteste Schlacht ist das Seegefecht von 1917 an der Straße von Ortranto im ersten Weltkrieg. Gekämpft haben dabei auf der einen Seite die österreich-ungarische Armee zusammen mit den Deutschen gegen eine Allianz aus Italienern, Franzosen und Briten. Die ganze Geschichte könnte ihr auf Wikipedia unter folgendem Link nachlesen: Seegefecht in der Straße von Ortranto.

Smrden Grad |

Mit dem Auto kaum erreichbar findet man in Smrden Grad noch gut erhaltene Erinnerungen an ein früheres Leben. Oberhalb der Küstenstadt Klek findet man heute noch die Befestigungsanlage aus dem 17. Jahrhundert, welche als Dreieck angelegt wurd.e Die im 18. Jahrhundert erbaute einschiffige Kirche steht noch komplett, einige andere Gebäude sowie ein Turm lassen sich noch gut erahnen. Heute steht der Ort auf der Liste der kroatischen Kulturdenkmäler.

Stolac |

Die Ruinen von Stolac standen beim Bosnien Besuch mit auf dem Plan. Auch über diese habe ich schon ausführlich berichtet in dem Artikel One Day in Bosnia – 2017. Zur Erinnerung: Die Festung Vidoski Grad -zugehörig zum Dorf Stolac – besteht schon weit länger als 600 Jahre.

Vrana |

Inzwischen etwas schlecht begehbar sind die Ruinen der Tempelritterburg von Vrana, über die es bereits Berichte aus dem 9. Jahrhundert gibt. Naher der Ruine gibt es weiter die Vrana Caves, heute noch beeindruckend anzusehende Höhlen. Leider ist von all dem nicht mehr allzu viel übrig, da sich die Natur bereits sehr viel des Ortes wiedergeholt hat.

Lost Club Gradac |

Mitten in Gradac in erster Linie zur Adria steht ein verlassenes Gebäude, welches vor ein paar Jahren noch als Club-Haus für Gäste des nahe gelegenen Campingplatzes gedient hat. Inzwischen steht es leer und ist vom Vandalismus und der Zeit geprägt. Doch noch sehr gut erhalten sind der Außenpool, das Restaurant, sowie weitere Sozialräume des ehemaligen Clubs.

 

Urlaub 2016 in Dalmatien: Urbex Fabrik

Auch dieses Jahr war ich im Urlaub in Kroatien wieder auf der Suche nach coolen Lost Places. Einen der schönsten in diesem Jahr stelle ich euch in diesem Beitrag vor. Leider konnte ich zur Geschichte dieser Urbex Fabrik nicht viel finden, außer daß es eine Aluminiumfabrik war, die 1937 auf Initiative der jugoslawischen Regierung erbaut wurde und in der bis ca. 2005 noch gearbeitet wurde. Diese liegt ganz in der Nähe des Krka Nationalparks (näheres dazu demnächst). Das verlassene Areal ist riesig und es gibt viel zu entdecken. Allerdings ist einiges dort schon recht baufällig und ich würde nicht mehr jeder Treppe ganz vertrauen. :-)

Da ich wie schon gesagt nicht mehr über diese Aluminiumfabrik weiß kommen hier direkt die Bilder, die ich dort machen konnte. Ein Video des Geländes folgt in einem gesonderten Video-Beitrag über meinen Kroatien Urlaub.

 

Free-TV Sender verharmlost Lost Place Begehungen

Haludovo (69)
Lost Hotel Haludovo

Wie Ihr in meinem Blog schon des öfteren Verfolgen konntet, suche ich hin und wieder gern außergewöhnliche Lost Places im In- und Ausland auf um dort das ein oder andere inspirierende Photo zu schießen. So war ich im vergangenen Jahr auch im Hotel Haludovo in Kroatien (Hier gehts zu meinem Beitrag über das Hotel Haludovo). Der riesige Hotel- und Casinokomplex aus den 70er steht etwas versteckt in zweiter Reihe zum Meer und verfällt seit einigen Jahren extrem. Dort konnte ich wirklich phantastische Photos machen und Eindrücke vom damaligen Hotel- und Urlaubsleben sammeln – alles aber immer unter Berücksichtigung wichtiger Kodexe, da man als Lost Place Begeher und auch als Geocacher an solchen Orten immer beachten sollte.

Lost Place Kodexe:

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  • Vorsicht ist das oberste Gebot: keine unstabilen Treppen hinauf, stockdunkle Gänge/Treppen entlang, auf nichts drauf klettern etc. und vorsichtig sein bei jedem Schritt den man tut (es könnte auch mal was von oben herunter kommen…)
  • Bewahrung des Ortes als „heiliges Gut“: nichts großartig anfassen, keine Zerstörung und Beschmierung von irgendetwas, „Geocaching gegen Vandalismus“
  • Respekt vor Privateigentum: Lost Places gehören immer noch jemanden, auch wenn sich niemand darum kümmert
  • keine öffentliche Preisgabe der Lost Place Orte bzw. Koordinaten

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Ohne diese Verhaltensregeln ist ein Besuch und die Erhaltung von Lost Places schier nicht möglich. Nun aber habe ich ein Video entdeckt, in dem der Besuch von Lost Places und das Herumturnen dort absolut verharmlost wird. Pro7 – besser gesagt Galileo – hat einen Fotografen begleitet, der besagtes Hotel Haludovo in Kroatien besucht hat um dort DAS Photo zu schießen.

Erstmal wird im Video recht genau beschrieben, wie man die Location findet – das ist für jeden Laien machbar. Somit haben also die ganzen „Zerstörer“ nun DEN Tipp, wie sie zum Hotel kommen, bzw. Grundtipps für die Lost Place Suche. Was ich aber am Erschreckensten finde in dem ganzen Video: der Fotograf klettert wild und ohne Vorsicht auf das Dach des Hotels und „turnt“ dort wild herum. Sorry, aber für einen normalen Mensch ist das ein Unding (wenn man nicht gerade täglich 5 Stunden Parcours trainiert). Ein falscher Schritt und man stürzt in die Tiefe – geschweige denn, die Mauern sind schon zu brüchig und stürzen einfach ein.

Wie verantwortungslos können die Verantwortlichen beim Fernsehen eigentlich noch sein ? Klar, Lost Place Hotels sind ein cooles Thema, das Zuschauer anloggt. Aber ich kann doch nicht in einem Beitrag die Message rüberbringen, daß es ok ist in verlassene Orte und Gebäude einzudringen und da rum zu turnen. Zumal das eigentlich auch illegal ist !
Ich bin absolut gegen solche Fernsehberichte und hoffe, daß sich noch weit mehr darüber aufregen werden. Aber noch mehr hoffe ich, daß sich nun nicht zu viele angetrieben fühlen nach verlassenen Orten zu suchen, dort einzusteigen und sonst was zu machen….

Wie seht ihr dieses heikle Thema ??

Urbex Hotel: Vratnik

Ein kleines Highlight aus meinem Urlaub in Kroatien Anfang Juni habe ich noch für euch: das Hotel Vratnik auf der alten Passtraße in Kroatien. Dazu gibt es leider nicht so viele Informationen, daher lasse ich einfach nur die Bilder zu euch sprechen:

Lost Village Dovolo

Ebenfalls in unserem Urlaub vor ein paar Wochen in Kroatien sind wir auf einen sehr interessanten Ort auf der Insel Krk gestoßen: das verlassene Dorf Dolovo.

Der Weg nach Dovolo |

Die Koordinaten führen uns auf einen kleinen Parkplatz zwischen Kras und Gostiniac, von dort aus ein erstmal gut angelegter Weg rein in den tiefen Wald führte. Nach etwa einem halben Kilometer kamen wir dann auch schon an eine Abzweigung mit dem Informationsschild über das verlassene Dorf Dovolo. Lt. Wegweiser sollen es noch 5 Minuten Fußmarsch sein, den wir auch ohne große Überlegung antraten. Der Weg wurde zwar zunehmend enger und bewachsener, aber für eine Person immer noch gut zu durchqueren (- außerdem hatte ich dazu gelernt und diesmal eine lange Jeans angezogen ^^).

Die 5 Minuten waren wirklich nicht gelogen und nach kurzer Zeit erreichten wir die ersten brach liegenden Mauern, die immer noch die Andeutung von früheren mittelalterlichen Häusern machten. Nach ein paar Metern weiter machten wir aber dann die richtige Entdeckung von wenigen Gemäuern, die tatsächlich noch vor wenigen Jahrzehnten bewohnt waren – mitten im dicht bewachsenen Wald ohne irgendeiner Andeutung von Zivilisation. Den Rest könnt ihr auf den Bildern sehen…

Die Geschichte von Dovolo |

Das Dorf Dovolo wurde erstmals 1780 schriftlich erwähnt und hatte laut einer Volkszählung im Jahr 1880 stolze 128 Einwohner. Damals herrschte in dieser Region oft Hunger und Leid, weshalb in den Jahren danach zahlreiche Bewohner das kleine Dörfchen auf der Insel Krkverließen um in den großen Metropolregionen oder sogar im fortschrittlichen Ausland wie Amerika oder auch Deutschland neu Fuß zu fassen.
Bei einer erneuten Volkszählung im Jahr 1974 zählte das Dorf noch ganze 4 Bewohner. Doch seit Anfang der 80er Jahre ist es ganz verlassen und vollends der Natur ausgesetzt.
Obwohl das Dorf seit über 30 Jahren ausgestorben ist zählt es immer noch als offizielle Dorfgemeinschaft.

Meine Bilder von Dovolo |