Weihnachten 2013 – oder wie ich vom Glauben abfiel

Und wieder ist ein Weihnachten an uns vorbei gegangen und wir haben es sicherlich alle gut überstanden. Dieses Jahr musste ich aber etwas feststellen, daß mich nun wirklich vom Glauben abkommen lässt. Aber fangen wir von vorne an.

So feierten wir Weihnachten |

Das Weihnachtsfest – also den 24.12. – verbringen ich grundsätzlich bei meinen Eltern. Im Normalfall sind auch meine Brüder und mein Freund mit dabei. Diesmal konnte allerdings ein Bruder nicht kommen, so waren wir also zu fünft. Es gab erstmal gut zu essen. Als wir dann alle voll waren ging es dann in das Wohnzimmer in dem der große Weihnachtsbaum mit zahlreichen Geschenken stand.

Einer wird dann immer zum „Weihnachtswichtel“ degradiert und darf alle Geschenke verteilen. So haben wir also etwa ne Stunde lang Geschenke ausgepackt und gekuckt. Für meine Mama war dieses Jahr eine neue Radio-/CD-Anlage dabei, so ne richtig gute mit iPhone Anschluss (sie hat kein Handy) und relativ viel Bums. Den hat sie sich gewünscht, weil ihre ganzen anderen CD-Spieler (es sind glaub ich 3 oder 4 im ganzen Haushalt) alle nicht gehen.

Also, CD-Anlage ausgepackt und dann musste diese natürlich gleich getestet werden. Meine neuen Lacrimosa CDs, die ich bekommen hatte wollte ich ihr allerdings an Weihnachten nicht antun. Also hat sie ihre CDs genommen, die auf den Wohnzimmertisch lagen, die da u.a. waren Michael Buble, Andre Rieu usw. (sorry, wenn ich da jetzt was falsch geschrieben habe, aber das ist einfach nicht meine Welt….)

Wie ich vom Glauben abfiel |

Also, nun hatte sie den Stapel CDs in der Hand und hat angefangen eine nach der anderen in den CD-Player einzulegen. Nach etwa der 3 CD allerdings tauche in diesem Stapel eine CD auf, die mich absolut vom Glauben abbrachte: UNHEILIG

Wie kenne ich Unheilig: Für mich ist Unheilig eine Band, die man im Groben in die Richtung Gothic einordnet(e) – also meine Richtung. Dabei steht die tiefe Stimme des Grafen für düstere und laute Texte. Das wohl bekannteste Lied von Unheilig „Sage ja!“ spielt dabei von Dingen wie nackter Haut, Balsphemie, Schattenwelt, quälender Seelen und von Trug und Schein. Also ein klassischer Songtext in der „dunklen Szene“. Auch genannt werden können Stücke wie „Puppenspieler„, „Komm zu mir„, „Spiegelbild„, „die Bestie„, „Spielzeugmann“ oder „die Macht„.

Sie waren authentisch und man hat ihnen ihre Härte absolut abgenommen, auch wenn es ab und an ein ruhigeres Stück gab.Eine Deutsche Gothic-Rock-Band, wie man sie sich wünscht. Ich hätte sie damals sogar in einem Atemzug mit Megaherz und ähnlichen genannt.

Was ist Unheilig heute: Mit „Geboren um zu Leben“ als Mediensong bei RTL II im Jahr 2010 hat es angefangen – die breite Masse wurde „eingefangen“. Seit dem Album „Große Freiheit“ ist Unheilig zur sozial akzeptierten und gewollten Pop-Band geworden. Heute geht es in den Texten um Liebe, Einsamkeit oder Zusammengehörigkeit – also den klassischen Schlager-Themen, die sogar die ältere Generation in Deutschland anspricht.
Der Graf wird immer mehr zum Medienmenschen. Sieht man ihn auf zahlreichen Galas mit lächelndem Gesicht. Und man erkennt seine Freude darüber unter all der Unsicherheit, die er zu Anfangs hatte. Sogar in TV-Produktionen wie z.B. „mieten kaufen wohnen“ konnte man ihn schon sehen…

Ich habe meine Mama natürlich gefragt, wieso sie eine Unheilig CD zu Hause hätte. Ihre Antwort darauf: Ich finde die Texte gut“…

Mein Fazit |

Ich habe Unheilig früher sehr gern gehört. Ich mag die düstere Stimme, die dunklen Texte und die härteren Töne. Doch seit Unheilig der großen Masse präsentiert wurde und Erfolg „geschluckt“ hat werden die Songs, die Alben und das ganze Auftreten von Unheilig mehr und mehr weich und „gesellschaftsfähig“. Das ist nicht Unheilig wie ich es kenne, und auch nicht wie ich es möchte…

Meiner Meinung nach hat die schwarze Szene mit Unheilig eine sehr gute Band verloren !

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