Filmkritik: Inside a Skinhead – The Believer (2001) mit Ryan Gosling | FSK 18

Bewertung: ©©©©©©©©©©

Story |

Inside a Skinhead – Originaltitel „The Believer“. In diesem Film geht es um den ursprünglichen Juden Daniel Balint, der bereits zur Schulzeit die Geschichte der Juden eher rational sieht als glaubenstreu. Vor allem die Geschichte um Abraham, der für Gott seinen eigenen Sohn opfern soll treibt ihn weg von seinem Glauben hin zu einer antisemitistischen Weltanschauung.

Als junger Mann hat sich Danny dann zu einem neonazistischem Skinhead mit enormen Gewaltpotential gegenüber Juden entwickelt. Bei einem Treffen unter Nazis lernt er Curtis Zampf und Lina Moebius kennen, die planen auf politischem Wege gegen Juden zu kämpfen. Angetan von Danny laden sie ihn zu einem Camp mit weiteren Nazis ein – die allerdings wesentlich gewaltbereiter sind.

Kurz vor dem Camp kommt der New York Times Reporter Guy Danielsen auf ihn zu, der ihn bei dem Treffen mit Zampf kennengelernt hat. Er hat herausgefunden, daß Danny selbst Jude ist und will die Geschichte veröffentlichen. Daraufhin bedroht Danny ihn mit einer Waffe und droht ihm.
Im Camp angekommen zeigt sich schnell die Willensstärke und Gewaltbereitschaft, die in Danny schlummert. Doch wird er immer wieder von seinen Wurzeln und seinem Erbe eingeholt und bringt ihn immer wieder in einen Gewissenskonflikt mit seinem heutigen antisemitistischen Glauben.

Inside a Skinhead

„Inside a Skinhead“ basiert auf der realen Story von Daniel Burros, der in den 60er Jahren Mitglied des Ku Klux Klans und der American Nazi Party war.

 

 

Schauspieler |

Daniel Balint – Ryan Gosling (Drive, All Beauty must die)
Curtis Zampf – Billy Zane (Titanic, Zurück in die Zukunft)
Lina Moebius – Theresa Russel (Kafka, Spider-Man 3)
Carla Moebius – Summer Phoenix (Punk!, Esther Kahn)
Billings – Garret Dillahunt (Raising Hope, Looper)
Carleton – Kris Eivers (Ein Leben für den Tod)
O.L. – Joel Garland (Der Kautions-Cop, I Sell the Dead)
Regie: Henry Bean

Auszeichnungen |

AFI Award – TV Program of the Year
Gotham Award – Henry Bean
Moscow International Film Festival – Henry Bean
Russian Guild of Film Critics – Best Foreign Actor Ryan Gosling
Sundance Film Festival – Dramatic Henry Bean

meine Kritik |

Auf dem Cover steht recht groß, daß dieser Film American History X richtig blass aussehen lässt. Nun, das kommt darauf an mit welcher Einstellung und Erwartung man an diesen Film ran geht. Dieser Film hat mit dem Hollywood Streifen um Edward Norton wirklich gar nichts gemeinsam. The Believer ist authentisch und brutal. Der Zuschauer wird mitgenommen in eine Welt voller Gewalt gepaart mit Selbstzweifeln und Respekt vor dem früheren Glauben. Man merkt als Zuschauer direkt, wie viel Hass in Danny schlummert, doch je weiter der Film sich vorsetzt und je mehr Gleichgesinnte er findet, desto mehr fängt er an zu zweifeln.

Dieser Film zeigt, wie einfach es ist seinen eigentlichen Glauben und der eigenen Geschichte zu misstrauen und an ihr zu zweifeln – und das allein mit bloßem Menschenverstand. Und er zeigt, wie schnell man dadurch ins Gegenteil abrutschen kann und welche Konflikte dies auslösen kann.

Für jeden, der sich für eine Art von kritischen / politischen Filmen interessiert ist dieser Streifen genau richtig. Wer aber eine hollywoodreife Story und Umsetzung erwartet, der ist hier völlig falsch.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.