Testbericht: Mio Fuse Performance

Nachdem mein Nike+ Fuelband den Geist aufgegeben hat und das Qairos von A-Rival sich als nicht passend für mich herausgestellt hat, habe ich mein Glück mit dem Mio Fuse Performance probiert. Dieser Tracker hat in meiner Bewertungsliste für Aktivitätstracker den 2. Platz belegt. Die Bewertungen auf Amazon sind durchweg in Ordnung und das Mio Fuse hat zusätzlich noch einen Herzfrequenzsensor am Armband dabei. Somit habe ich mir das direkt bei Amazon bestellt für knapp 140 € und es kam direkt am Montag zu mir reingeflattert. Nun hatte ich eine gute Woche Zeit dieses zu testen. Und hier erhaltet ihr meine Testbericht für diesen außergewöhnlichen Tracker.

Test: Mio Fuse Performance

Auspacken und Einrichten |

Das Mio Fuse Performance wird in einer wirklich schönen Verpackung geliefert und ist gut geschützt vor Transportschäden. Geliefert wird das Band, das kompakte Ladekabel sowie eine Kurzanleitung. Aufgeladen ist das Band wirklich schnell. Nun nur noch die Mio Go App runterladen, Profil einrichten und Synchronisieren. Im ersten Moment das alles gut funktioniert.
Bestellt habe ich die Größe Large, weil ich in den Bewertungen gelesen habe, daß die kleinere Größe nur für „Kinder und Magersüchtige“ geeignet wäre. Large ist zwar schon recht groß, durch den flexiblen Verschluss aber durchaus für meine Handgelenksgröße noch nutzbar. Zu eng habe ich es allerdings nicht geschnürt, da es mir sonst am Gelenkknochen schubbert. Außerdem lässt es sich so direkt ein Stück nach hinten verschieben um die Herzfrequenzmessung zu nutzen.

Aufzeichnung Schritte, Kalorien & Co. im Alltagsmodus |

So und hier beginnt der erste Knackpunkt. Das Mio Fuse Performance wird im Internet als Aktivitätstracker angeboten. Damit assoziiert man (oder zumindest ich) einen Tracker, der die Alltagsaktivitäten mit trackt und ggf. zusätzlich Trainings separat mit auswerten kann. Durch die Verwendung von früheren Trackern und die Aktivierung der Apple Health App habe ich einen groben Überblick, wie viel Schritte ich im täglichen Arbeitsalltag zurück lege. Ich komme ich nun aber mit dem Mio Fuse auf nur ca. die Hälfte der gegangenen Schritte.
Auch die Kalorienanzahl kann so nicht stimmen. Diese liegt irgendwo zwischen Grundumsatz + aktive kcal und nur aktive kcal. Mein Grundumsatz liegt bei 1425 kcal, durch meine Aktivitäten komme ich am Tag auf zwischen 500-1000 aktiven kcal. Das Mio Fuse zeigt mir aber im Durchschnitt um die 1200 kcal pro Tag an.

Also habe ich das Band in Verbindung mit einem Training auf dem Laufband getestet. Die zurückgelegten KM stimmen in etwas überein (Abweichung von unter 10 % – damit kann ich leben). Somit stimmen die Schritte auch in etwa. Für mich ergibt sich daraus, daß der Beschleunigungssensor im Mio Fuse Performance wirklich nur dann zählt, wenn die typische Lauf-Armbewegung vollzogen wird. Doch wir alle wissen, daß wir beim Gehen oder Laufen nicht immer diese Bewegung machen. Andere Aktivitätstracker scheinen hier dies besser umzusetzen. Daher ist das Mio Fuse Performance für den Alltag nicht zu gebrauchen !

Mio Fuse Herzfrequenz
Mio Fuse Herzfrequenz

Herzfrequenzmessung |

Die Messung der Herzfrequenz am Arm hat sehr gut funktioniert. Ich hatte zwar kein Vergleichsgerät angeschlossen, doch die angezeigten Werte erschienen mir durchaus schlüssig. Einzig nerviges daran ist, daß das Armband im Trainingsmodus immer vibriert, wenn sich die Herzfrequenz ändert. Also habe ich nur 1 Schlag mehr, dann vibriert das Ding. Man ist also irgendwie ständig am kucken, was sich geändert hat.

Aufzeichnung Trainingsmodus |

Die Aufzeichnung des Trainingsmodus habe ich nur auf dem Laufband getestet. Dort hat es aber, wie oben schon beschrieben, sehr gut funktioniert. Wie es sich beim Radfahren oder anderen Sportarten verhält kann ich leider nicht sagen.

Akkulaufzeit |

Ich hatte das Band 5 Tage aktiv im Gebrauch und auch immer mal wieder zum Testen die Herzfrequenzmessung eingeschalten und laut App war der Akku am 5. Tag immer noch voll. Scheint also wirklich lange zu halten.

Die Mio Go App |

Hier kommen wir zum 2. großen Knackpunkt an diesem Teil. Die App ist wirklich … nennen wir es schwierig. Erstmal habe ich einen Tag lang damit gekämpft, daß mir die täglichen Aktivitäten angezeigt werden. Habe sämtliche Foren etc. durchforsten und zig mal Synchronisiert aber es nicht zum Laufen bekommen. Abhilfe hat nur die Löschung der App und aller gespeicherten Daten gebraucht. App neu geladen, Profil neu eingerichtet – und siehe da, es ging. Die Anzeige der täglichen Aktivitäten ist nett gemacht und eigentlich ausreichend. Eher unbefriedigend ist, daß man Werte nicht vergleichen kann. Auch kann man keine Wochenansicht oder Monatsansicht mit Durchschnittswerten oder ähnlichem ansehen. Eine Analyse ist also nicht möglich. Wenn das nicht geht – sorry, aber dann kann ich auch einfach die Health App von Apple nehmen und jeden Tag anschauen was drauf steht.

Mio Go App
Mio Go App – tägliche Aktivitäten & Trainingsmodus

Plus und Minus Punkte |

Plus Punkte für das Mio Fuse

  • sehr ansprechendes Design
  • trägt sich gut auf der Haut
  • Herzfrequenzsensor, der auch gut funktioniert
  • als Lauftracker bestens geeignet
  • Wasserdicht bis 30 m lt. Hersteller
  • Tagesziele können vorgegeben werden
  • lange Akkulaufzeit

Minus Punkte gegen das Mio Fuse

  • nicht als Aktivitätstracker im Alltag zu gebrauchen
  • Tagesziele können durch mangelnden Beschleunigungssensor kaum erreicht werden
  • Mio Go App nicht für Analysen geeignet

Fazit |

Die Mio Fuse Performance ist auf den ersten Blick wirklich ein tolles Gerät. Beschäftigt man sich aber näher damit findet man schnell den ein oder anderen Haken an der Sache. Als erstes sollte man sich überlegen, wofür man das Gerät nutzen möchte. Als Puls- oder Sportuhr zum Laufen ist die Mio Fuse absolut empfehlenswert ! Will man aber einen Aktivitätstracker, der einem seine täglichen Aktivitäten aufzeigt, dann ist man hier total fehl am Platz.
Da ich ausschließlich einen Aktivitätstracker für den Alltag möchte kann ich das Mio Fuse Performance nicht nutzen. Daher geht auch dieses leider wieder zurück – auch wenn mir die Optik und Bedienung (außer der App) wirklich sehr gut gefallen haben.

 

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