Testbericht: Aktivitätstracker Qairos von A-Rival

Vor etwa 3 Wochen ist mein Nike Fuelband kaputt gegangen. Ich habe euch hier dazu berichtet: Suche nach neuem Aktivitätstracker. Dazu hatte ich auch eine ausführliche Liste mit den mir wichtigen Funktionen und Fakten zusammengestellt und die für mich in Frage kommenden Tracker verglichen. Höchstpunktzahl erhielt dabei das Qairos von A-Rival. Erstmal sagt einem der Name so gar nix, A-Rival stellt allerdings bereits mehrere Geräte bereit, wie beispielsweise eine Analysewaage oder ein Blutdruckmessgerät. Diese lassen sich in der App alle abrufen und analysieren.

Da also das Qairos auf Platz 1 gelandet ist habe ich mir dieses bei Otto bestellt. Da ich noch einen 10€ Gutschein rumliegen hatte, kostete das Band am Ende unter 70€. Die Lieferung hat ca. 1 Woche gedauert. Dann kam es aber endlich mit Hermes und ich konnte es nun 2 Wochen ausgiebig testen.

Test: Qairos von A-Rival |

Auspacken und Einrichtung

Auf den ersten Blick ist das Qairos ein ganz nettes Aktivitätsband. Die mitgelieferte Anleitung ist allerdings mehr als spärlich. Nicht mal eine Din A 4 Seite voll. Die Ersteinstellung ist ziemlich schwierig – ohne die Anleitung eigentlich gar nicht machbar. Die App ist schnell runtergeladen und auch ein Profil ist schnell und einfach angelegt.
Das Band ist bei Anlieferung komplett leer und muss erstmal mit dem mitgelieferten Kabel aufgeladen werden. Dabei muss man darauf achten, das Ladekabel richtig herum am Band zu befestigen, so daß die offen liegenden Kontakte zusammen treffen. Die erste Ladung hat gefühlte 20 Stunden gedauert… Ne Quatsch, ungefähr 3-4 Stunden musste ich warten bis die 100 % drauf waren. Ein vorheriger Start bei geringerer Ladekapazität akzeptiert das Qairos beim ersten Gebrauch nicht. Die Synchronisation via Bluetooth zu meinem iPhone 5S ging dann aber fix, als es endlich geladen war.
Das Band verfügt über ein flexibles Kunststoffband, das man an seine Armlänge anpassen kann. Der Tracker selbst ist komplett fest und vielleicht ein bißchen lang geraten (zumindest für dünnere Damenarme). Wenn das Display in Richtung Handrücken angebracht ist lassen sich die Knöpfe kaum bedienen, auch das Ablesen ist ohne große Verrenkungen schlicht nicht möglich. Daher sollte man das Display auf der Innenseite des Arms tragen. Auch hier gehen die Knöpfe etwas streng, aber es ist ok.
Das Display lässt sich gut ablesen, nur das ständige durch zappen nervt etwas.
Die Synchronisation mit Wetter, Telefon und SMS hat bei mir überhaupt nicht funktioniert. Ich hab es auch mit einer anderen Wetter-App probiert, doch an dem Band war es immer 25° und Sonnenschein. Wieso und weshalb das mit der Synchronisation nicht ging weiß ich nicht, nach ca. 30 Minuten rumprobieren, googeln etc. hab ich es aufgegeben. Auch vibriert hat das Ding kein einziges Mal…

Und ein No Go habe ich nun die letzten Tage noch entdeckt. An der Rückseite des Bandes liegen 2 Kontakte, die für das Akku laden notwendig sind. Anscheinend ist dort aber ein höherer Nickel Anteil verbaut, so daß ich gleich mal allergisch reagiert habe und mein Arm etwas offen ist…

Aufzeichnung Schritte, Kalorien & Co. im Alltagsmodus

Die Aufzeichnung der Schritte und der zurückgelegten Distanz ist solala. Ich habe auf meinem iPhone die Health App aktiviert, die ebenfalls diese Daten mit trackt. Da gab es jetzt schon die ein oder andere Differenz, aber Pi mal ganz großem Daumen hat es schon gepasst. Was mir nur aufgefallen ist, wenn man am Morgen den Schlafmodus deaktiviert, das Band umlegt und rumrennt braucht das Band erstmal ne ganze Weile, bis es überhaupt checkt, daß ich rumlaufe und es tracken sollte.
Die angezeigten Kalorien sind die Werte Grundumsatz + zusätzlich verbrauchte Kalorien. Ob die so korrekt sind… Ich weiß nicht.. Beispiel:

Mein Grundumsatz liegt am Tag bei 1425 kcal. Ich habe einen Job, bei dem ich 8 Stunden auf den Beinen bin und immer wieder diverse leichte und schwere Kisten von A nach B trage, das sind dann ca. 800 kcal zusätzlich am Tag. Nun bin ich da schon bei 2225 kcal, ohne daß ich zu Hause noch was gemacht hätte. Der Tracker hat bei mir auch nie über 2200 angezeigt. Ich lag meistens im Bereich von 1900 – 2100 kcal.

Aufzeichnung Trainingsmodus

Im Trainingsmodus hingegen werden noch Geschwindigkeit, Pace und die Trainingsdauer angezeigt. Ob diese so korrekt ausgewertet wurden kann ich nur mutmaßen, denn ich hatte kein Vergleichsgerät dabei. Außerdem kann man das Training nicht zuordnen, ob man nun Joggen war oder Radfahren oder sonst irgendwas. Das lässt sich in der App einfach nicht hinterlegen, somit ist eine Auswertung von verschiedenen Sportarten schlichtweg nicht möglich.

Aufzeichnung Schlafmodus

Den Schlafmodus habe ich ein paar Nächte lang getestet und danach habe ich kaum Tiefschlafphasen, die länger als ein paar Minuten gehen. Alles in allem bin ich von dieser Funktion gar nicht überzeugt, die war mir aber auch nicht wichtig. Außerdem hat mich das Band in der Nacht doch sehr gestört.

Akkulaufzeit

Ich habe das Band ja am Anfang direkt auf 100% voll geladen. In der Anzeige wird der verbleibende Stromanteil in % angezeigt. Nach ca. 9 Tagen hatte ich am Abend noch 20%. Das war für mich Grund genug zu entscheiden, daß ich das Band über Nacht noch an lasse und am Nächsten Morgen lade – das war allerdings ein Fehler. Am nächsten Morgen war das Band nämlich einfach mal tot. Anscheinend hat sich der Akku in der Nacht verabschiedet. Also habe ich am Morgen das Band erstmal geladen und alle Daten der Nacht waren somit einfach mal weg.
Steht also an der Anzeige „noch 20%“, dann sollte das Ding geladen werden.

Die App A-Rival

Die App macht auf den ersten Blick keinen schlechten Eindruck. Es ist eine Kombi-App für alle Geräte von A-Rival. Ich hatte aber nur das Qairos da, so daß ich mich in meiner Auswertung nur auf diesen App-Bereich beschränken kann. Wie oben schon erwähnt ist das Anlegen eines Profils wirklich Easy. Auch der Sync ist ok. Anzeigen kann man sich die Daten pro Tag, Woche, Monat oder Jahr und dabei dann die Schritte plus Tagesziel, verbrauchte Kalorien plus Tagesziel sowie die zurückgelegte Distanz in dieser Zeit.
Was mich wirklich gestört hat ist, daß man wenn man beispielsweise in der Wochen- oder Monatsansicht ist und man will sich einen länger zurückliegenden Tag nochmal ansehen, dann kann man nicht aus der Übersicht auf diesen Tag springen sondern muss in den Tagmodus wechseln und dann so oft zurück klicken, bis man bei dem ausgewählten Tag angekommen ist. Das ist wirklich nervig !
Was ich auch nicht ganz verstanden habe ist, daß teilweise die Balken bei Schritte und bei Distanz nicht zusammen gepasst haben. Da ich ja eine Schrittlänge in den Einstellungen angeben musste frage ich mich, wie er da eine Differenz bekommen kann – obwohl ich weder gerannt oder gejoggt oder so bin…
Auch nicht optimal ist, daß in der normalen Ansicht nicht markiert ist, in welchem Bereich ein Training lag. Wenn ich also mal einen Balkenausschlag an einem Tag hatte muss ich in Training springen und nachsehen, ob ich da vielleicht aktiv was gemacht habe.

Alles in allem ist die App nett, aber nicht optimal. Es sollten alle Werte zumindest grob auf den ersten Blick ersichtlich sein. Und dann sollte max. 1 Klick nötig sein um in die Details zu kommen.
Ach ja, und eine Verbindung mit Freunden ist hier gar nicht möglich, um gemeinsam Challenges zu machen oder sich einfach nur zu vergleichen…

Plus und Minus Punkte |

Plus Punkte für das Qairos

  • Trackt die wichtigsten Daten
  • leicht im Alltag zu tragen
  • flexible Armlänge einstellbar
  • gut lesbares Display
  • guter Preis für einen Aktivitätstracker
  • lange Akkulaufzeit
  • Anzeige des Akkustandes am Display
  • Tagesziele für Schritte und verbrauchte Kalorien kann angegeben werden

Minuspunkte gegen das Qairos

  • Bedienungsanleitung sehr spärlich
  • Display nur am Innenarm richtig nutzbar
  • Display verkratzt sehr schnell, Armband ist ein Staubmagnet
  • Nickel an den Kontakten (und kein Hinweis für Allergiker)
  • App hat große Schwächen für Analysen
  • Sync mit iPhone bzgl. Wetter, Anrufe und SMS geht nicht
  • Akkuanzeige ist ein Schätzeisen

Fazit |

Aufgrund der vielen Schwächen – und letztlich durch die allergische Reaktion habe ich gestern das Band zurück geschickt und hoffe, daß Otto das auch annimmt. :-) Hier muss A-Rival noch viel nacharbeiten. Der Ansatz ist wirklich gut, aber die noch enthaltenen Schwächen müssen behoben werden. Der Markt mit Aktivitätstrackern steigt so enorm an, daß man sich (so viele) Schwächen einfach nicht mehr leisten kann.

Somit kann ich leider keine Kaufempfehlung für das A-Rival Qairos geben…

 

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