Urheberrecht im Internet – Vortrag bei der IHK Nürnberg

Gestern Nachmittag lud die IHK Nürnberg zum Vortrag „Copy & Paste – Was ist erlaubt ? Urheberrechtliche Fallstricke beim Internetauftritt„. Das habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen, denn schließlich ist das Thema heißer denn je. Und gerade, da in Deutschland das Internet ja noch „Neuland“ ist – zumindest im rechtlichen Sinne-, sollte einem klar sein, was man klar darf und was man besser lassen sollte.

Ich habe einiges in dem Vortrag gelernt, was ich so noch nicht wusste. Diese neuen Erkenntnisse möchte ich nun – aber in eigenen Worten (Urheberrecht und so *g*) mit euch teilen.

 

Was kann alles unter dem Urheberrecht stehen ?

  • Sprachwerke wie Texte oder Reden, Slogans etc.
  • Musik
  • pantomimische Werke und Tänze
  • bildende Kunst
  • Lichtbildwerke, also Fotos
  • Filme
  • Zeichnungen, Skizzen, Tabellen, Pläne und Karten (ja auch die von Google Maps)

Wichtig dabei ist, daß diese Sachen eine persönliche geistige Schöpfung sind. So steht es im § 2 UrhG. Dabei darf man sich aber nicht vom fehlendem Copyright Zeichen © täuschen lassen, denn dieses ist nicht notwendig um in den Bereich des Urheberrechts zu fallen.

 

Wie lange gilt das Urheberrecht ?

In der Regel gilt der Urheberrechtsschutz 50 Jahre nach Veröffentlichung bzw. 70 Jahre nach Tod des Urhebers.

 

Lizenzen für Werke

Man kann für bestimmte Inhalte oder Dateien wie Bilder, Videos etc. Lizenzen erwerben vom Urheber. Bei bekannten Fotoportalen wie z.B. Fotolia oder iStock oder so kann man sich eine Lizenz die Bilder für einen gewissen Betrag erkaufen. Die Verwendung ist dann durch einen Nutzungsvertrag geregelt. Da können dann räumliche, zeitliche oder auch inhaltliche Beschränkungen möglich sein.

Ein paar spezielle und für mich wichtige Fälle gibt es dazu noch:

-> Material, das von einem Arbeitnehmer während des Arbeitsverhältnisses erstellt wurde gehört dem Arbeitgeber
-> Material, das von einem freien Mitarbeiter erstellt wurde gehört dem freien Mitarbeiter

 

Inhalte, die man ohne Lizenz verwenden darf

Zitate dürfen ohne Lizenz verwendet werden, wenn diese dem Zweck der Nutzung entsprechend. Wenn man also einen Artikel bezugnehmend auf ein bestimmtes Zitat schreibt, dann ist die Verwendung des wörtlichen Zitates erlaubt. Man sollte aber dieses immer entsprechend kennzeichnen und den Urheber dazu schreiben.

 

Urheberrecht auf Social Network Plattformen

Die meisten Social Network Plattformen haben in ihren AGBs geregelt, daß man umfassende Nutzungsrechte an hoch geladenen Inhalten an die jeweilige Plattform einräumt Schwierig wird es mit weiter geteilten Inhalten. Diese können Rechte Dritter verletzen, wenn man dafür nicht die Einwilligung des entsprechenden Urhebers hat. Eine richtige Lösung für Deutschland gibt es dafür bisher noch nicht.

Schwierig wird es auch, wenn man eigene Blog Artikel auf den Social Kanälen teilt und dort ein Thumbnail erscheint, zu dem nur die Lizenz für die Nutzung im eigenen Blog vorliegt. Wenn also z.b. ein Fotolia Bild in dem Blog Artikel eingebettet ist und dieses Bild dann bei der Verbreitung über Soziale Kanäle erscheint stellt das einen Missbrauch der Nutzung dar.

 

Fazit |

Man muss sich gut überlegen, welches Bild man online wo veröffentlicht. Im Zweifelsfall sollte man eher auf das ein oder andere Bild, Video oder einen bestimmten Text verzichten, wenn man diese nicht selbst gemacht hat. Und darauf verlassen, daß derjeniger, der einem das Bild zur Verfügung stellt auch der Urheber ist…. Naja, das muss jeder selbst wissen.
Ist er aber nicht der Urheber und es „fliegt auf“, dann kann das richtig teuer werden. Im Gewerblichen Bereich können da bis zu 6000€ Strafe pro Bild plus Anwaltskosten anfallen.

Am besten nimmt man grundsätzlich selbst erstellte Werke für seinen Internetauftritt an denen man selbst die Urheberrechte besitzt !

 

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