Nicht jeder Kurs hält was er verspricht

Am Freitag habe ich euch davon berichtet, daß ich einen Kurs „souveränes und aktives Telefonieren“ beim Bildungszentrum Nürnberg im Südpunkt besuchen werde. Nun war ich Freitag Abend und Samstag dort und konnte mir von dem Kurs ein Bild machen.

Um euch möglichst klar zu erklären, wie es lief möchte ich die im Internet definierten Inhalte der Schulung mit meinem Kommentaren dazu aufzeigen. Kurz noch zu meinem Hintergrund: ich bin seit über 10 Jahren im technischen Vertrieb tätig und dies zu ca. 50 % am Telefon. Es ist also bereits ein bißchen Erfahrung vorhanden.

 

Meine Erwartungen |

Für mich lag der Schwerpunkt bzw. meine Erwartungshaltung darin, daß ich den ein oder anderen Satz oder eine Formulierung aufschnappe, die mich in schwierigeren Kundengesprächen weiterbringen. Außerdem war mir wichtig, daß ich von einem Fachmann geprüft werde auf meine Telefoneigenschaften und dazu gute Tipps bekomme.

 

Seminarbeschreibung |

Sie wollen professionell und erfolgreich telefonieren? Es sind gerade die kleinen Dinge die große Wirkung erzielen. Anhand von Stimmaufzeichnung erfahren Sie, wo Ihre Stärken liegen und wo noch Optimierungsbedarf besteht. Wir erarbeiten verschiedene professionelle Telefonsätze. Telefonieren Sie so, dass Ihr Gesprächspartner / Ihre Gesprächspartnerin sie gerne wieder anruft.
Ein Skript ist im Preis enthalten.

-> Wie in der Beschreibung erwähnt sollten Stimmaufzeichnungen gemacht werden. Leider wurde darauf komplett verzichtet. Dies sah der Lehrplan der Dozentin nicht vor. Wir haben dann unsere eigenen Handys gezogen und das ein oder andere Video für uns selbst gemacht. Analysiert wurden diese im Kurs nicht.

Ein Skript war zwar dabei, allerdings war dies so aufgebaut, daß es nur Überschriften gab und die Stichpunkte dazu selbst erarbeitet / ergänzt werden mussten. Leider fiel es mir schwer in dem Lernstoff der Dozentin diese Stichpunkte alle aufzuschnappen und zu notieren.

 

Seminarinhalte |

Das Telefon – die Visitenkarte des Unternehmens
-> Es wurde ausführlich geübt, wie man sich am Telefon zu Anfangs melden soll

Die Stimme – der richtige Einsatz und Ihre Wirkung
-> Es wurde theoretisch durch genommen, welche Fehler man mit der Stimme am Telefon machen kann, wie z.B. zu laut/leise, zu schnell/langsam, nuscheln etc.

Stimmtraining und Körpersprache
-> dieser Punkt wurde nicht durchgenommen

Kommunikationstraining
-> leider weiß ich nicht genau, wie dieser Punkt in der Agenda gemeint ist. Was wir gemacht haben waren einige Rollenspiele, die typische Situationen aus unserem Arbeitsalltag am Telefon wider spiegelten.

Umgang mit schwierigen Anrufern, Kunden und Patienten
-> Auf diesen Punkt wurde zwar eingegangen, allerdings meiner Meinung nach nicht so richtig umgesetzt. Die Rollenspiele wurden immer unter den Teilnehmern selbst „ausgetragen“. So sollten wir also auch selbst schwierige Kunden am Telefon spielen. Da wir aber alle nicht so recht die Menschen dafür waren gab es am Ende keinen, der wirklich schwierig am Telefon war. Auf den Wunsch in, daß die Dozentin selbst doch mit einsteigen soll wurde leider kaum eingegangen.

Fragetechniken und Ich-Botschaften
-> Auf diverse Fragetechniken wie offene und geschlossene Fragen wurde gut eingegangen. Auch die Wichtigkeit von Ich-Botschaften wurden uns gut übermitteln.

Pacing und Leading
-> Tja, zu diesem Punkt wusste ich von Anfang an nicht, was das bedeuten soll. Und auch jetzt weiß ich es noch nicht, da diese Begriffe leider nicht gefallen sind

Aktives Zuhören
-> Es wurde uns sehr deutlich gemacht, daß aktives Zuhören ein ganz wichtiger Punkt beim richtigen Telefonieren ist.

Anrufe richtig entgegen nehmen und weiterverbinden
-> Also so direkt haben wir das nicht gemacht, aber ich denke, daß konnten wir Teilnehmer sowieso schon alle.

Vermittlung von Corporate Identity / Meldesatz
-> Was uns dieser Inhalt sagen soll / sollte, weiß ich leider auch nicht. Falls wir darauf in der Schulung eingegangen sind, dann sind diese Stichworte auf jeden Fall nicht gefallen

 

Fazit |

Ich habe mir bei Weitem mehr erhofft von diesem Seminar. Aufgrund der Kursbeschreibung konnte ich nicht klar heraus lesen, daß dieser Kurs für absolute Anfänger ist und nicht für Berufserfahrene wie mich. Daran sollte evtl. beim Anbieter nochmal gearbeitet werden.

Für mich mit genommen aus dem Kurs habe ich, daß ich wohl (zumindest in den Rollenspielen) gegen Ende des Gesprächs etwas schnell gesprochen habe. Ansonsten gab es lt. der Kursleiterin nichts an mir auszusetzen.

Die 74 € hätte ich mir sparen können, aber ich bin wieder um eine Erfahrung reicher.

Allerdings musste ich im Kurs einige No-Go’s auf Seiten der Dozenten erleben wie während dem Kurs an’s Handy gehen. Da ich selbst im Schulungsvertriebsgeschäft tätig bin – also vom Fach bin – kann ich sagen, sowas geht gar nicht. Und dies hat sich dann auch in meiner Bewertung wider gespiegelt.

 

Was rate ich Firmen |

Firmen rate ich auf jeden Fall nicht auf ein Angebot von einer Volkshochschule oder Bildungszentrums zurück zu greifen, sondern ausschließlich hochwertige Kurse mit vorheringen Absprachen bei Fach-Anbietern zu bevorzugen. Nichts ist ärgerlicher als ein verpatzer Kurs: man hat nichts gelernt, muss sich evtl. ärgern und die Zeit dafür ist verloren.

Da ich meinen Blog ausschließlich privat nutze möchte ich meinen Arbeitgeber hier nicht nennen. Wer aber Interesse an Informationen hat kann sich ja gern melden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.